Was ist der Verschattungsfaktor?
Der Verschattungsfaktor gibt an, wie stark die Sonneneinstrahlung an einem bestimmten Punkt auf dem Dach oder Modul durch umliegende Hindernisse blockiert wird, und wirkt sich direkt auf den Energieertrag Ihrer Solarmodule aus. Je niedriger der Verschattungsfaktor, desto mehr Sonnenlicht erreicht Ihre Module – und desto höher die Energieproduktion.
Verdeckt beispielsweise ein Baum oder ein Gebäude 20 % der Sonneneinstrahlung an einem bestimmten Punkt, beträgt der Verschattungsfaktor an dieser Stelle 20 %. Ziel ist es, diesen Wert zu minimieren, um die Systemleistung zu optimieren.
Verschattungsfaktor vs. Verschattungsverlust
Es ist wichtig, zwischen dem Verschattungsfaktor und dem Verschattungsverlust zu unterscheiden:
Verschattungsfaktor ist der Anteil der Einstrahlung, der blockiert wird, bevor das Sonnenlicht in Energie umgewandelt wird.
Verschattungsverlust bezeichnet den tatsächlichen Stromverlust durch Verschattung, nachdem das Sonnenlicht bereits in Energie umgewandelt wurde.
Diese Werte werden zur Vereinfachung oft als linear zusammenhängend behandelt, tatsächliche Verschattungsverluste können jedoch abweichen. Faktoren wie die Teilverschattung von Strings und der Einsatz von Optimierern können die Verschattungsverluste stärker beeinflussen, als der Verschattungsfaktor allein vermuten lässt. Im Solarexperten verwenden wir einen einfachen linearen Ansatz, um die Berechnung übersichtlich, nachvollziehbar und einfach in die Projektsimulation integrierbar zu halten.
Wo Sie den Verschattungsfaktor sehen
Der Verschattungsfaktor wird im Rahmen der Verschattungsanalyse im 3D-Layouting berechnet. Sobald sie aktiviert ist, wird er auf zwei Arten visualisiert:
Heatmap: Eine farbcodierte Verschattungsfaktor-Übersicht auf jedem gezeichneten Dach, mit der Sie Bereiche mit der stärksten und geringsten Sonneneinstrahlung sofort erkennen.
Werte pro Modul: In der 2D-Ansicht wird jedes Modul entsprechend seinem eigenen jährlichen Verschattungsfaktor eingefärbt und beschriftet, sodass Sie Module direkt miteinander vergleichen können.
Hinweis: Verschattungsfaktor-Werte auf Modulebene sind nur aussagekräftig, wenn Sie Module auf demselben Dach vergleichen – vergleichen Sie Verschattungsfaktor-Werte nicht zwischen unterschiedlichen Dächern eines Projekts.
Um den Verschattungsfaktor an einem einzelnen Punkt zu prüfen, ohne dort Module zu platzieren, verwenden Sie die Verschattungsfaktor-Auswahl: Klicken Sie auf die Schaltfläche und anschließend auf das Dach, um den exakten Wert an dieser Stelle zu sehen.
Der hier berechnete Verschattungsfaktor fließt automatisch in die Seite PV > Verschattung / Schneeverluste ein, wo er zusammen mit den Schneeverlusten in die Energiesimulation Ihres Projekts einfließt. Sie können diesen Wert automatisch berechnen lassen – er wird dann bei jeder Modul- oder Dachänderung neu berechnet – oder auf manuell umschalten und die Monatswerte selbst eingeben.
Wie wird der Verschattungsfaktor berechnet?
Die Berechnung des Verschattungsfaktors umfasst drei zentrale Schritte:
Datenerfassung: Das System erfasst Angaben zu den von Ihnen modellierten Gebäuden und Hindernissen, während Horizontdaten sowie direkte, diffuse und reflektierte Einstrahlung von PVGIS stammen – einer verlässlichen Solardatenquelle, die von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission entwickelt wurde und auf Jahrzehnten validierter Satelliten- und Bodenmessungen basiert.
Punktweise Berechnung: Die Software berechnet den Verschattungsfaktor für jeden Punkt auf dem Dach und aggregiert ihn anschließend pro Modul.
Visualisierung: Diese Ergebnisse bilden die Grundlage für die oben beschriebene Verschattungs-Heatmap und die Werte pro Modul.
Einige weitere Punkte zum Verhalten der Berechnung:
Das Verschieben von Modulen, die Anpassung von Modulfeldern oder Änderungen am Dach aktualisieren den Verschattungsfaktor automatisch und in Echtzeit – eine manuelle Neuberechnung ist nicht nötig.
Module gelten in der Berechnung nicht gegenseitig als Hindernisse. Auf einem Flachdach ohne umliegende Hindernisse zeigen Module daher keine Verschattung allein durch ihre Nähe zueinander.
