Warum Ladestationen in der PV-Planung wichtig sind
Elektrofahrzeuge sind einer der häufigsten neuen Stromverbraucher in Haushalten mit Photovoltaikanlagen. Ein E-Auto erhöht den Stromverbrauch. Wie viel davon PV-Strom deckt, hängt davon ab, wann geladen wird und wann die Anlage erzeugt.
Die Ladestation selbst ist im Projekt eine Kostenposition und ändert die Energiesimulation nicht. Mit den Ladesetups im Verbrauchsprofil, unabhängig von der Technologie E-Mobilität, können Sie:
Realistische Ladeprofile modellieren: Der Eturnity Solarexperte berechnet automatisch eine 15-Minuten-Ladekurve basierend auf Ihren Angaben zu Fahrstrecke, Fahrzeug, Ladeleistung und Ladezeit
Eigenverbrauch und Wirtschaftlichkeit realistisch abbilden: Der Ladeverbrauch aus den Ladesetups geht in die Simulation ein
Mehrere Fahrzeuge berücksichtigen: Bis zu 5 verschiedene Ladesetups pro Variante (z.B. PKW + Lieferwagen)
Verschiedene Ladeleistungen: Von 3,3 kW (Haushaltsstecker) über 7,4, 11 und 22 kW (Wallboxen) bis 50 kW (Gleichstrom)
Lizenzhinweis: Für die Seite Ladestation braucht Ihre Lizenz die Technologie E-Mobilität. Die Ladesetups im Verbrauchsprofil (Schritt 3 bis 5) sind ein eigener Lizenzteil; während eines Tests stehen sie ebenfalls zur Verfügung. Fehlt Ihnen eines davon, schreiben Sie an support@eturnity.com oder an unser Support-Team im Chat.
Voraussetzungen
E-Mobilität in Ihrer Lizenz: die Technologie E-Mobilität für die Seite Ladestation; für die Ladesetups im Verbrauchsprofil zusätzlich ein eigener Lizenzteil (oder ein laufender Test). Fehlt Ihnen etwas davon, schreiben Sie an support@eturnity.com oder an unser Support-Team im Chat
Projektvorlage mit E-Mobilität: Nur für die Seite Ladestation nötig; die Ladesetups brauchen die Technologie nicht. Entweder eine bestehende Vorlage mit aktivierter E-Mobilität oder Sie aktivieren die Technologie in einem bestehenden Projekt im Menü Varianten
Ladestationen in Bibliothek: Mindestens eine aktive Ladestation in Ihrer Komponentenbibliothek, verfügbar in der Korrespondenzsprache des Projekts (siehe "E-Mobilität Add-On aktivieren und Ladestationen zur Bibliothek hinzufügen")
Kundeninformationen: Tägliche Fahrleistung, Fahrzeugtyp (optional), bevorzugte Ladezeit
Schritt 1: E-Mobilität in einem Projekt aktivieren
Wenn Sie ein bestehendes Projekt haben und möchten, dass es Ladestation-Komponenten enthält, müssen Sie zunächst die E-Mobilität Technologie aktivieren.
Für neue Projekte (mit E-Mobilität Vorlage)
Klicken Sie auf "Neues Projekt erstellen"
Wählen Sie eine Projektvorlage aus, die E-Mobilität bereits aktiviert hat (achten Sie auf die Bezeichnung oder einen entsprechenden Hinweis)
Das Projekt wird automatisch mit aktivierter E-Mobilität erstellt
Für bestehende Projekte
Öffnen Sie Ihr Projekt und navigieren Sie zum Bereich "Varianten" (linke Seite in der Projektansicht)
Suchen Sie die Spalte "Aktive Technologien"
Technologien schalten Sie nur in der aktiven Variante um: Wählen Sie die gewünschte Variante in der Spalte "Aktiv" und klicken Sie in ihrer Zeile auf den Button "E-Mobilität" (bzw. auf den Namen, den Ihr Unternehmen dieser Technologie gegeben hat)
Der Button wird grün, wenn die E-Mobilität Technologie aktiv ist
Die Änderung ist sofort gespeichert. Hat die Variante noch keine Ladestation, setzt Eturnity dabei die erste aktive Ladestation Ihrer Bibliothek mit Menge 1 ein
Hinweis: Sie können E-Mobilität nur aktivieren, wenn das Add-On in Ihrer Lizenz enthalten ist. Falls der Button nicht sichtbar ist oder Sie einen Fehler erhalten, ist das Add-On nicht aktiviert.
Schritt 2: Die erste Ladestation im Projekt auswählen
Sobald E-Mobilität aktiviert ist, können Sie Ladestationen zu Ihrem Projekt hinzufügen.
Navigieren Sie im linken Menü der Projektansicht zum Eintrag der Technologie: ab Werk "E-Mobilität", sonst der Name, den Ihr Unternehmen ihr gegeben hat. Er öffnet die Seite "Ladestation"
Sie sehen jetzt eine Komponententabelle mit den Ladestationen dieser Variante. Nach dem Einschalten steht dort schon die erste Ladestation Ihrer Bibliothek; ein Klick auf die Zeile öffnet die Auswahl aus Ihrer Bibliothek
Klicken Sie auf "Komponente hinzufügen" oder nutzen Sie die Dropdown-Liste, um eine Ladestation auszuwählen
Wählen Sie die passende Ladestation basierend auf:
Ladeleistung (kW): 3,7 kW (Hausstrom) bis 22 kW (Wallbox) für private Nutzer
Verfügbarkeit: Verfügbare Ladeinfrastruktur beim Kunden
Kosten: Budget des Kunden. Zur Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage zählt der Preis nur, wenn auf der Seite Wirtschaftlichkeit im Reiter E-Mobilität der Schalter unter Behandlung für Wirtschaftlichkeitsberechnung eingeschaltet ist; bei einem bestehenden PV-System außerdem nur mit Eigenverbrauch Mieterstrom (in der Schweiz Eigenverbrauch ZEV)
Geben Sie die Menge ein (normalerweise 1, es sei denn, der Kunde hat mehrere Ladestationen)
Klicken Sie in der Leiste unten auf "Speichern" (oder Strg+S, am Mac Cmd+S). Ohne Speichern sind die Änderungen beim Neuladen der Seite weg
Beispiel: Ein privater Haushalt mit einem E-Auto würde typischerweise eine "Wallbox 11 kW AC" wählen.
Schritt 3: EV-Ladeprofile im Verbrauchsprofil konfigurieren
Die wichtigsten Parameter für realistische EV-Modellierung werden auf der Seite "Verbrauchsprofil" eingegeben. Hier erstellen Sie die automatischen Ladeprofile, die dann in der PV-Simulation berücksichtigt werden.
Öffnen Sie die Seite "Verbrauchsprofil" (neue Navigation: Gruppe "Design"; ältere Navigation: "Photovoltaik > Stromverbrauch")
Im rechten Bereich sehen Sie den Button "E-Auto hinzufügen" (gibt es schon ein Ladesetup: "E-Auto bearbeiten")
Klicken Sie auf den Button. "E-Auto hinzufügen" legt sofort ein Ladesetup mit Standardwerten an und speichert es: "Mittleres Auto", "Heim-Wallbox (11 kW)", jeden Tag 50 km ab 18 Uhr
Das Formular "Ladesetup für Elektrofahrzeuge 1" erscheint; dort passen Sie die Werte an
3.1 Spezifischen Energieverbrauch festlegen
Unter "Spezifischer Energieverbrauch" wählen Sie den Fahrzeugtyp aus; einen eigenen Wert können Sie nicht eingeben:
"Kleines Auto": 16 kWh/100 km
"Mittleres Auto": 17,5 kWh/100 km (Standard)
"Großes Auto": 19 kWh/100 km
"Lieferwagen": 22 kWh/100 km
3.2 Tägliche Fahrstrecke definieren
Geben Sie die durchschnittliche tägliche Fahrstrecke in Kilometern ein
Diese Angabe ist entscheidend für die Berechnung des täglichen EV-Stromverbrauchs
Beispiele nach Kundentyp:
Pendler (Arbeitsweg): 40-60 km/Tag
Durchschnittlicher Privatnutzer: 25-40 km/Tag
Intensivnutzer (Handwerksbetrieb): 80-150 km/Tag
Tipp: Falls der Kunde unsicher ist, können Sie mit durchschnittlich 30-40 km/Tag rechnen
Spezialfunktion: Sie können die tägliche Fahrstrecke für einzelne Wochentage unterschiedlich eingeben (z.B. längere Strecken am Freitag). Der Durchschnittswert wird dann automatisch berechnet.
3.3 Ladeleistung festlegen
Unter "Ladeleistung" wählen Sie die Leistung aus einer Liste aus
Zur Auswahl stehen fünf feste Stufen. Wählen Sie die, die zur Ladestation des Kunden passt; Eturnity übernimmt sie nicht von der Seite Ladestation:
"Langsamladegerät / Haushaltsstecker (3,3 kW)"
"Langsame Wallbox (7,4 kW)"
"Heim-Wallbox (11 kW)" (Standard)
"Schnelle Wallbox (22 kW)"
"Schneller Gleichstrom (50 kW)"
Die Ladeleistung bestimmt, wie schnell das Auto geladen wird und damit die Form der 15-Minuten-Ladekurve
Schritt 4: Ladezeitplan definieren
Der Ladezeitplan bestimmt, wann das Auto normalerweise geladen wird. Dies ist entscheidend für die Berechnung des Eigenverbrauchspotentials.
Im Bereich "Ladezeitplan" wählen Sie in der Zeile "Startzeit Schnellwahl" für jeden Wochentag eine von drei Optionen:
"Vormittag" (8 Uhr): Auto wird morgens vor der Arbeit geladen
"Mittag" (12 Uhr): Auto wird um die Mittagszeit geladen
"Abend" (18 Uhr): Auto wird nach der Arbeit geladen
Alternativ tragen Sie in der Zeile "Startzeit des Ladevorgangs" für jeden Wochentag eine volle Stunde zwischen 0 und 23 Uhr ein
Wählen Sie den Zeitpunkt, der am besten zum Kundenszenario passt
Klicken Sie auf "Speichern"
Das Lastprofil für die E-Mobilität wird nun automatisch zum ausgewählten Lastprofil des Gebäudes auf der Seite Verbrauchsprofil hinzugefügt.
Hinweis: Den angezeigten Jahresverbrauch auf der Seite Verbrauchsprofil füllt Eturnity aus der Summe des Stromverbrauchs für das Laden von Elektrofahrzeugen und dem Jahresverbrauch des ausgewählten Lastprofils für das Gebäude vor; Sie können ihn überschreiben, die monatliche Verteilung wird dann entsprechend skaliert
Schritt 5: Mehrere Ladesetups hinzufügen (Optional)
Falls der Kunde mehrere Fahrzeuge hat oder zu unterschiedlichen Zeiten lädt, können Sie bis zu 5 verschiedene Ladesetups pro Variante hinzufügen.
Klicken Sie auf "Weiteres Ladesetup hinzufügen"
Geben Sie die Parameter für das zweite Fahrzeug ein (z.B. ein gewerbliches Fahrzeug mit höherer Fahrleistung)
Wiederholen Sie diesen Prozess bis zu 5-mal
Alle Ladeprofile werden addiert und in die Gesamtsimulation einbezogen
Warnung: Braucht ein Ladesetup in der Woche mehr Energie, als seine Ladeleistung rund um die Uhr liefern könnte, speichert Eturnity dieses Ladesetup nicht und meldet: "Der Energieverbrauch durch das Laden von Elektrofahrzeugen liegt auf einem unrealistischen Niveau für das Ladegerät. Bitte reduzieren Sie die täglich gefahrenen Kilometer oder passen Sie die Ladeleistung an." Verringern Sie dann die täglichen Fahrstrecken dieses Ladesetups oder wählen Sie eine höhere Ladeleistung. Die übrigen Ladesetups sind trotzdem gespeichert.
Schritt 6: Darstellung im PDF-Angebot
Die Ladestationen der Variante stehen im Angebots-PDF auf einer eigenen Seite zur E-Mobilität, im neuen PDF-Design "04 E-Mobilität: Übersicht". Expert fügt diese Seite nicht wegen der E-Mobilität ein, auch nicht, wenn Sie E-Mobilität in der Variante einschalten: Sie kommt nur über eine Dokumentvorlage, die sie enthält, auch über die, die Expert beim ersten Öffnen der Seite "Angebote" von selbst einsetzt, oder Sie fügen sie von Hand hinzu.
Öffnen Sie die Seite "Angebote" (neue Navigation: Gruppe "Angebot"; ältere Navigation: "Dokumente > Angebote"). In der neuen Fassung der Seite arbeiten Sie im Schritt "Angeboteinstellungen"
Wählen Sie unter "Vorlage auswählen" eine Dokumentvorlage, die die Seite zur E-Mobilität enthält. Expert übernimmt aus einer Dokumentvorlage nur die Seiten, die zu den aktiven Technologien der Variante passen; die übrigen fallen ohne Meldung weg
Fehlt die Seite danach unter "Seitenreihenfolge", klicken Sie auf "Seite hinzufügen", wählen Sie in der neuen Zeile die Seite zur E-Mobilität und klicken Sie auf "Speichern". "04 E-Mobilität: Übersicht" steht nur zur Auswahl, wenn "Neues Design verwenden" eingeschaltet ist; im bisherigen Design trägt die Seite je nach Unternehmen einen eigenen Namen. Bietet die Auswahl keine Seite zur E-Mobilität an, obwohl E-Mobilität in der Variante aktiv ist, schreiben Sie an support@eturnity.com oder an unser Support-Team im Chat
Prüfen Sie das Ergebnis mit "Vorschau PDF" (in der bisherigen Fassung der Seite "Angebote": "Vorschau")
Im neuen Design zeigt die Seite je Zeile der Seite "Ladestation" die Ladestation mit Hersteller, Modell, Leistung, Steckertyp und Bild, aber ohne Anzahl, dazu die "Gesamtinvestition E-Mobilität" und typische Ladezeiten für drei Beispielfahrzeuge. Der Betrag umfasst alle Positionen der E-Mobilität aus der "Stückliste", auch Zubehör, nach Rabatt und inklusive MwSt., ohne wiederkehrende Kosten. Förderungen sind darin nicht abgezogen, auch wenn der Zusatz unter dem Betrag sie nennt. Optionale Positionen, auch eine optionale Ladestation, fehlen auf der Seite und im Betrag. Die Ladezeiten rechnet das PDF mit der Leistung der ersten Ladestation; ab fünf Zeilen auf der Seite "Ladestation" entfallen sie.
Best Practices für E-Mobilität Planung
Kundengespräch: Fragen Sie nach der geplanten Fahrleistung, dem Fahrzeugtyp und der bevorzugten Ladezeit
Mehrere Szenarien: Erstellen Sie verschiedene Projektvarianten mit unterschiedlichen EV-Parametern um verschiedene Szenarien zu zeigen
Wirtschaftlichkeitsvergleich: Zeigen Sie dem Kunden den Unterschied in ROI und Amortisationsdauer mit und ohne E-Auto: Legen Sie dazu eine Variante mit und eine ohne Ladesetup im Verbrauchsprofil an
Zukünftige Planung: Nutzen Sie die Ladesetups im Verbrauchsprofil, um die Dimensionierung der PV-Anlage zu optimieren (sie kann größer sein mit höherem Eigenverbrauch)
Schulung: Informieren Sie den Kunden über optimale Ladezeiten und wie er den Eigenverbrauch maximieren kann
