Die Funktion der Bedarfsanforderung wurde entwickelt, um einen konkreten Bedarf innerhalb der Organisation klar und schnell zu melden.
Prozessübersicht
1. Grundkonzept und Zielsetzung
1.1 Wofür dient die Bedarfsanforderung
Die Bedarfsanforderung konsolidiert Bedarfe auf das richtige Produkt und dokumentiert:
Wer benötigt
Welches Produkt
In welcher Menge
Wann
Mit der Transparenz, dass wir damit eine Aussage dazu treffen können, welche Werte, Produkte und Mengen dann von welchem Nutzer in welchem Zeitraum angefordert und auch übergeben wurden (optional mit Projektbezug/Kostenstelle, usw).
1.2 Unabhängigkeit vom Bestandsstatus
In unserem Setup ist die Bedarfsanforderung unabhängig davon, ob wir das Investment für die Bedarfsdeckung bereits getätigt haben oder noch tätigen müssen. Das bedeutet: Es spielt keine Rolle, ob wir den Bedarf aus aktuellem Lagerbestand bedienen können oder nicht.
Unser Modell funktioniert unabhängig davon, ob Sie:
Einen Lagerbestand führen
Keinen Lagerbestand führen
Oder alles dazwischen
Damit entfällt sowohl die Klassifizierung als auch die Pflege der klassischen Indikation eines Lagerartikels. Scopevisio läuft hier über eine einheitliche Systematik.
1.3 Anwendungsfälle
Die Bedarfsanforderung kann erfolgen, weil:
Unsere Mitarbeiter Arbeitsmittel zur Erledigung der gestellten Aufgaben benötigen
Ein Bedarf aus unterschiedlichen Bereichen im Unternehmen hin zum zentralen Einkauf oder Lager gemeldet werden muss
Unternehmen sich entschließen, bewusst manuell Bedarfe zu erfassen, um Aufwände zu minimieren und die Transparenz zu erhöhen
1.4 Nutzen und Vorteile
Klarheit schaffen:
Wir lösen die zeitlich, örtlich und/oder personell bestehende Lücke auf zwischen Bestellung beim Lieferanten und Verbrauchsmoment. Das eröffnet Möglichkeiten, die Bestandsführung im Lager anders zu gestalten:
Inventuren werden weniger zeitaufwändig
Bestandsgrenzen auf Produkten können Bestellvorschläge generieren
Verhinderung, dass ein Produkt nicht oder nicht ausreichend am Lager befindlich ist
Zentrale Beantwortung der Frage: Wann sollten wir welche Produkte verbrauchen, bevor wir ein Mindesthaltbarkeitsdatum überschreiten
Automatische Buchungsvorgänge:
Alle Buchungsvorgänge laufen im Hintergrund vollautomatisch, sodass stets nachvollziehbar bleibt:
Wer fordert was an
Wer gibt was frei
Wer erhält aus dem Lager
Wer bestellt was
Reporting:
Durchlaufzeiten können über Reporting ausgegeben werden und dienen als Basis für Maßnahmen zur Verbesserung der Prozessgeschwindigkeit.
2. Schritt-für-Schritt: Bedarfsanforderung erstellen
2.1 Erster Schritt: Produkt auswählen
Die erste Frage unserer Nutzer ist:
Welchen Bedarf habe ich, welches Produkt benötige ich?
Zugriff:
Die Bedarfsanforderung ist erreichbar:
In der mobilen Applikation (Scopevisio App oder Browseransicht)
Über den Aufruf "Bedarfsanforderung" in der Organisation erhalten Sie die Übersicht aller zulässigen Produkte in einer Liste organisiert
Produktauswahl:
Hier können alle Mitarbeiter aus einer Liste von Produkten schnell und einfach auswählen, welches Produkt in welcher Menge benötigt wird.
Technische Optionen:
Auswahl aus einer Liste von Produkten (mit optionaler Darstellung von Bildern)
Scan eines hinterlegten Produktbarcodes zur eindeutigen Identifikation des Produktes über hinterlegte EAN/GTIN Codes
Wichtig: Angefordert wird immer das Produkt in der Basiseinheit.
2.2 Produktkonsolidierung
In der Organisation können speziell Produkte und Artikel dafür vorgesehen werden und damit für eine Konsolidierung auf diese zulässigen Produkte sorgen.
2.3 Produktwunsch außerhalb des Sortiments
Anders dagegen der Produktwunsch, der außerhalb der zulässigen Produkte liegt. Dieser Wunsch kann an die Organisation gerichtet werden, um den Wunsch manuell:
Einem bereits bestehenden Produkt zuzuordnen, oder
Dieses Produkt neu anzulegen
Hinweis: Wunschprodukte, die aus der Bedarfsanforderung heraus angelegt werden, werden automatisch in die Standardgruppe übernommen.
2.4 Projektzuordnung
Nach Auswahl von Produkt und Menge kann ich diese einem Projekt zuordnen und damit sicherstellen, welches Projekt dieser Anforderung zugeordnet werden soll.
3. Zweiter Schritt: Freigabe
3.1 Einstellung der Freigabe
Unter den Einstellungen der Gruppe können die Einstellungen zur Nutzung einer Freigabe vorgenommen werden. Im Auslieferzustand setzen wir stets eine automatische Freigabe.
4. Dritter Schritt: Produktwunsch verarbeiten
in der Bedarfsanforderung besteht grundsätzlich die Möglichkeit neben den *definierten* Produkten einen Produktwunsch zu erfassen.
Damit ermöglichen wir auf der einen Seite den Produktkatalog zu straffen und trotzdem einen individuellen Wunsch zu berücksichtigen.
Dieser Eintrag klassifiziert die Bedarfsanforderung als unvollständig, da wir zum genannten Wunschprodukt bisher nur Text und sonst keine weiteren Informationen führen.
4.1 Unvollständige Bedarfsanforderungen identifizieren
Hier bietet sich an, die Liste der Bedarfsanforderungen im Client zu bearbeiten. Über den Selektor "Bedarfsanforderung unvollständig" erkennen wir die Bedarfsanforderungen, bei denen ein Wunschprodukt referenziert ist.
4.2 Neues Produkt anlegen
Hier hilft die Sicht auf die einzelne Anforderung, den Vorgang zu bearbeiten: Mit entsprechenden Produktregeln können wir aus der Bedarfsanforderung heraus ein neues Produkt anlegen mit wenigen Klicks.
4.3 Bestehendes Produkt zuordnen
Um auf einen Produktwunsch hin ein bestehendes Produkt zuzuordnen:
Tippen Sie die entsprechende Produktnummer ein
Übernehmen Sie diese mit einem Doppelklick auf "Produkt"
Damit werden alle bekannten Stammdaten geschrieben:
Bezeichnung
Name
Basiseinheit
Bestandspreis
Die Menge der Anforderung muss dann entsprechend der Basiseinheit neu eingegeben werden
4.4 Weitere Bearbeitungsmöglichkeiten
Eine generelle Systematik zum Ersetzen, Ändern von Mengen und Produkten oder das Abweisen ist hier möglich, kann aber über Rechte näher spezifiziert werden.
5. Vierter Schritt: Reservierung und Bestellvorschlag
5.1 Reservierung der Bedarfsanforderung
Die Reservierung der gesamten Bedarfsanforderung erfolgt analog der Auftragsroutine und ist sichtbar in der Auftragssteuerung.
Transparenz:
Es ist ersichtlich, welche Bedarfsanforderung wir:
Vollständig ausführen können
In Teilen ausführen können
Wann in der Zukunft ausführen können
5.2 Automatischer Bestellvorschlag
Alle noch nicht vorrätigen Produkte und Mengen werden im Bestellvorschlag gerechnet und ausgewiesen, ohne weitere Tätigkeiten.
6. Fünfter Schritt: Kommissionierung und Übergabe
6.1 Verfügbarkeit nach Wareneingang
Nach Verarbeitung des Wareneinganges sind die Produkte und Artikel über Lagerbestand verfügbar.
6.2 Kommissionierung
Die Zuordnung zu den einzelnen Anforderungen kann analog der Kommissionierung erfolgen, in einem geordneten routinierten Prozess, sodass stets ersichtlich ist, welche Bedarfsanforderung:
Bereits erfüllt ist
Teilerfüllt ist
Noch nicht erfüllt ist
6.3 Prozessoptimierung
Die Kommunikation zu "Wann bekomme ich meine restliche Lieferung?" wird durch diesen geführten Prozess obsolet.
Wir schaffen mit dieser grundsätzlichen Routine, alle Produkte aus dem Wareneingang ins Lager zu verräumen, die Möglichkeit, den gesamten Prozess schnellstmöglich zu durchlaufen. Keine Rückfragen oder Unklarheiten hindern oder verlangsamen die Routine.
7. Bedarfsanforderungen bearbeiten und verwalten
7.1 Eingriff in die Bedarfsanforderung
Eine Bedarfsanforderung, die ein Nutzer abgegeben hat, kann vom Nutzer, der das Recht des Verwalters der internen Anforderungen hat, nach Freigabe und vor der (Teil-)Kommissionierung geändert werden.
Mögliche Änderungen:
Produkte ändern
Mengen ändern
Produkte hinzufügen
Produkte entfernen
7.2 Vorgehensweise zur Bearbeitung
Öffnen Sie die betreffende Bedarfsanforderung
Steuern Sie über die Buttons "Hinzufügen" und "Entfernen", welche Positionen entfernt oder hinzugefügt werden müssen
Wichtig: Bitte tragen Sie hier nicht nur eine Produktnummer ein, sondern bestätigen Sie die Produktauswahl mit Tab oder Mausklick, sodass auch die Produktbenennung, Einheit und Preis übernommen werden, sonst ist kein Speichern möglich
8. Gruppeneinstellungen
8.1 Zweck der Gruppeneinstellungen
Hier organisieren wir die Abbildung der Struktur von Verantwortlichkeiten für ein zu definierendes Sortiment, das diese Kollegen anfordern dürfen.
8.2 Grundsetup
Im Grundsetup wollen wir, dass der Abteilungsverantwortliche die Anforderung stellt. Sollten Sie hier organisatorisch anders vorgehen wollen, so können Sie alle Mitarbeiter der Abteilung zu Abteilungsverantwortlichen im Sinne der Anforderungen machen.
8.3 Standardgruppe
Wir unterscheiden die Standardgruppe: Wenn es beispielsweise nur ein Sortiment der Bedarfsanforderungen geben soll, dann ist diese ausreichend und gilt im gesamten Unternehmen.
Produkte der Standardgruppe:
In der Standardgruppe erlauben wir beispielsweise alle Produkte für alle Mitarbeiter. Das ermöglicht eine schnelle und einfache Datenhaltung, wenn wir keine Unterscheidung von Gruppen benötigen.
Der Auslieferzustand der Standardgruppe steht auf "alle zulassen". In der Übersicht davor finden sich die Einstellungen, die als Option "alle sperren" ausgeben. Damit müssen wir einzelne Gruppen anlegen, um diese im Portfolio aussteuern zu können.
8.4 Weitere Gruppen
Daneben können weitere Gruppen:
Individuell benannt
Sortiment definiert
Mitglieder berechtigt werden
8.5 Einstellungen je Gruppe
Die Gruppeneinstellungen können sich auf unterschiedliche Lager und Standorte beziehen:
Es können per Einstellung alle Produkte erlaubt oder alle verboten werden
Die Frage der Freigabe einer internen Anforderung kann hier eingestellt werden
Unter den Einstellungen der Gruppe können unterschiedliche Standorte angesprochen werden
8.6 Organisation in Warengruppen
Dies kann in einer Warengruppe organisiert werden. Vorteil: Es bedarf keiner Erweiterung, wenn die Warengruppe zusätzliche Produkte zugeordnet erhält – diese laufen automatisch in diese Anforderungsgruppe mit ein.
Wir können über die Einstellung der Warengruppe erledigen:
Preismodell
Interner Preis
Eine interne Marge (interne Marge dient der Darstellung des Handling-Aufwandes)
8.7 Zuordnung zu Organisationseinheiten
Um zuzuordnen, wer welche Produkte anfordern kann, dient diese Maske.
Organisationseinheit zuordnen:
In den Gruppen der internen Anforderungen wählen wir damit eine neue Gruppe, ordnen diese einer entsprechenden Organisationseinheit zu und erhalten damit sofort die Mitarbeiter der Stellen des Organigramms in die Gruppe als Mitglieder.
Hier nutzen wir den untersten Knoten eines Organigramms, das mehrere Stellen und Mitarbeiter beinhalten kann.
Vorgehensweise:
Legen Sie bitte eine Stelle in der Organisation an
Fügen Sie einen Mitarbeiter zu
Regulär führen wir die Kostenstelle an der Stelle in der Organisation. Die Zuordnung eines Mitarbeiters zur Stelle hat organisatorische Gründe in diesem Falle.
Wichtig: Bitte bedenken Sie bei der Struktur im Organigramm, welche Bereiche von welchen Personen/Nutzern betreut werden sollen.
8.8 Mitglieder in Gruppen
Voraussetzung:
Damit einzelne Mitarbeiter in einer spezifischen Gruppe als Mitglied eingesetzt werden können, muss der Nutzer zwangsläufig als Kontakt in der Administration angelegt werden.
Mehrfachmitgliedschaft:
Befindet sich ein Nutzer in mehreren Gruppen, so kann er alle Produkte sehen, für die er in Summe zugelassen ist. Gibt es mehrere Einträge zum gleichen Produkt, die Menge und/oder Marge regeln, so gilt hier der niedrigste Wert.
8.9 Gruppen und Nutzer:
Der Nutzer muss als Kontakt in scopevisio eingeladen werden, diesem muss eine 2Go Lizenz und dem Recht der internen Anforderungen zugewiesen werden. Dieser Nutzer kann dann über das Organigramm einer Stelle, einem Standort und einer Kostenstelle zugeordnet werden.
9. Kostenstellenzuordnung
9.1 Zuordnung über das Organigramm
Wenn wir einer Bedarfsanforderung eine Kostenstelle zuordnen wollen, so ist dies über die Systematik des Organigramms möglich.
Über die Darstellung der Unternehmensstruktur im Organigramm und die Zuordnung von Kostenstellen (erster Eintrag) zu Stellen und/oder Mitarbeitern kann diese Information weiter vererbt werden und erscheint somit im Journal zur Übergabe an die Finanzbuchhaltung.
9.2 Kostenstellensplit
Das Organigramm kennt hier die Systematik des Kostenstellensplits. Wir nutzen für die Bedarfsanforderung nur den ersten gültigen Eintrag, also keinen Kostenstellensplit.
9.3 Rolle der Gruppenmitglieder
Gruppen können einer Organisationseinheit (aus dem Organigramm) zugeordnet werden und führen damit die der Organisationseinheit hinterlegte Kostenstelle/Kostenträger und die Mitarbeiter automatisch.
Wir haben nun die Möglichkeit, eine Kostenstelle zu hinterlegen. Welche davon angesprochen wird, richtet sich nach der Rolle der Gruppenmitglieder in der Gruppe:
Gruppenleiter: Die Kostenstelle wird aus der zugeordneten Organisationseinheit gezogen
Mitglied: Die Information wird aus der Stelle des einzelnen Benutzers übernommen
Beispiel:
Ich ordne einer Gruppe die Organisationseinheit "Vertrieb Ost" zu:
Mache ich beide Mitarbeiter zu Gruppenleitern, dann laufen alle Bewegungen von Ware auf die Kostenstelle des Vertrieb Ost
Wenn ich sie zu Mitgliedern der Gruppe erkläre, dann laufen die Bewegungen auf die Kostenstellen der beiden Stellen
10. Umlagerung und Regeln
10.1 Grundsätzlicher Zweck
Grundsätzlich dient die Bedarfsanforderung der Darstellung eines individuellen Bedarfs an Produkten, um nachvollziehen zu können, wer wann welches Produkt brauchte. Damit unterstützen wir vor allem die interne Kommunikation zur eindeutigen Identifikation eines Produktes, Mengen und der damit verbundenen Warenwerte.
Oder die Frage: Wer brauchte wann welches Produkt in welcher Menge und Wert und hat es erhalten?
10.2 Verbrauchsfiktion im Grundsetup
Wir finden in unterschiedlichen Bereichen unterschiedliche Ansätze zur Darstellung des tatsächlichen Verbrauchs oder des Abgangs vom Hauptlager.
Wenn wir nach der Kommissionierung – damit der Entnahme aus dem Hauptlager – keine weiteren Arbeitsschritte dokumentieren, die den Lagerbestand betreffen, greift das aktuelle Grundsetup mit einer sogenannten Verbrauchsfiktion mit Entnahme aus dem Hauptlager, auch wenn das Produkt sich noch in Ihrem Unternehmen und damit in Ihrem Verfügungsbereich befindet.
10.3 Umlagerungsregeln
Sollte das für Sie nicht ausreichend sein und Sie sich wünschen, dass wir die Entnahme aus dem Hauptlager in ein anderes Outlet oder Standort als eine Umlagerung dokumentieren, damit wir dort über Kassen oder andere Verbrauchsdokumentationen den korrekten Lagerbestand ausweisen können, dann nutzen Sie die Regeln der Umlagerung.
Zugriff: Erreichbar über "Weitere Funktionen" in der Übersicht.
10.4 Konfiguration der Umlagerung
Hier können wir bestimmen, dass bestimmte Gruppen der Bedarfsanforderung oder innerhalb dieser nur bestimmte Warengruppen eine Umlagerung zu einem bestimmten Standort inhaltlich nach sich ziehen sollen.
Dokumentation:
Diese dokumentieren wir im Journal entsprechend in der Kommissionierung mit Angabe des Zielstandorts und können damit:
Eine Inventur auf dem Zielstandort durchführen
Externe Systeme anbinden, um Bestandsbewegungen stets nachzuhalten
11. Berechtigungen
11.1 Recht der internen Anforderung
Die Nutzung der Bedarfsanforderung hängt am Recht der internen Anforderung. Damit verbunden ist aktuell auch die mobile Lagerapplikation, sprich die Menüpunkte:
Lagerwirtschaft: Kommissionierung
Lagerwirtschaft: Inventur

