Allgemeine Hinweise zur Umsatzsteuerverprobung
Im Rahmen der Umsatzsteuerverprobung stellen Sie bei Sollbesteuerung die tatsächlichen gebuchten Steuerbeträge den berechneten Steuerbeträgen gegenüber. Die Berechnung erfolgt auf Basis der Bemessungsgrundlage (BMG) in Verbindung mit dem erfassten Steuerschlüssel.
Sie öffnen das Formular über Finanzen > Umsatzsteuer > Umsatzsteuerverprobung.
Angezeigte Daten der Verprobung filtern
einen Datumsselektor
Durch die Ermittlung auf Tagesbasis können Differenzen per Intervallschachtelung besser lokalisiert werden.Leere Zeilen ausblenden
Steuerschlüssel ohne Buchung werden so nicht angezeigt.Direkte Steuerbuchungen anzeigen
Es werden auch Buchungen auf Steuerkonten dargestellt, denen kein Steuerschlüssel zugeordnet wurde.
Arbeiten mit der Verprobung
Müssen alle Differenzen korrigiert werden?
Nein, eine ausgewiesene Differenz ist nicht zwingend ein Fehler. Die Verprobung hat das Ziel, Differenzen aufzuzeigen. Sie müssen sicherstellen, dass die sichtbare Differenz erklärt werden kann.
Kleindifferenzen im Cent-Bereich sind üblich (und im Allgemeinen der Rundung geschuldet).
Direkte Steuerbuchungen führen zeilenweise immer zu Differenzen da die Bemessungsgrundlage fehlt.
Aufgrund eines selbstverschuldeten Verkehrsunfalls wird ihr Vollkasko-versichertes Firmenwagen repariert. Die Werkstatt fordert von Ihnen die Umsatzsteuer auf die Reparatursumme. Die Buchung erfassen Sie Vorsteuerkonto an Kreditor.
In der Verprobung sehen Sie Differenz auf dem Vorsteuerkonto - es gibt aber nichts zu korrigieren. Sie haben die Differenz geprüft.
Es werden nicht alle Steuerkonten angezeigt
Es werden nur Steuerkonten aufgeführt, die als Vorsteuer- oder Umsatzsteuerkonto in der Steuermatrix aufgeführt sind.
Dies ist besonders relevant für Konten im Vorsteuerbereich, da diese gelegentlich ohne Steuerschlüssel direkt bebucht werden (z. B. VSt im Folgejahr abzugsfähig).
Sie können in der Steuermatrix einen Eintrag mit einem 0% Steuerschlüssel und dem gewünschten Vorsteuerkonto anlegen. Dadurch wird in der Verprobung angezeigt.
Sie sind dadurch nicht gezwungen, das Konto künftig mit Steuerschlüssel zu buchen.
Verprobung eines Steuerschlüssels
Beispielhaft betrachten wir die Zeile für den Schlüssel “V19” (Vorsteuer 19%):
Das Kennzeichen 66 ist das korrespondierende Kennzeichen in der deutschen Umsatzsteuervoranmeldung, dann folgt das in der Steuermatrix zugewiesene Steuerkonto mit Bezeichnung sowie der in der Steuermatrix zugeordnete Steuerprozentsatz.
In der Spalte “Umsatz” werden die Beträge der Buchungszeilen mit V19 im Zeitraum saldiert. dann wird diese Bemessungsgrundlage mit dem Steuersatz multipliziert und in der Spalte “Steuer Berechnet” ausgegeben.
In der Spalte “Steuer gebucht” werden alle Beträge des Steuerkontos im Zeitraum saldiert, die durch den Steuerschlüssel der Zeile erzeugt wurden.
In der letzten Spalte wird die Differenz aus “Steuer berechnet” zu “Steuer gebucht” ausgegeben.
Hilfreich ist der Drill-down im Feld “Steuer berechnet”, in den Zeilen mit Steuerschlüssel ist das Journal entsprechend gefiltert.
Man erkennt eine Buchung, die zwar mit Steuerschlüssel V19 erfolgte, aber den Steuerbetrag auf 1570 statt 1576 abstellt. Dadurch ergibt sich für die Zeile 1576 mit V19 eine Differenz.
Diese Differenz muss nicht zwingend korrigiert werden, da die Zuordnung des Kontos “Vorsteuer” (1570) analog zu “Vorsteuer 19%” (1576) in der Umsatzsteuervoranmeldung verläuft.
